Smartes Bildungspaket

Inhalt   

1. Digitales generationenübergreifendes Zentrum

Digitale Bildung in allen Lebensphasen realisieren!
Digitale Bildung wird immer mehr zur Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am Erwerbsleben und ist zugleich die Voraussetzung für unsere Selbstbestimmung und allgemeine Bewertungs- kompetenz in der digitalen Welt, nicht nur im Beruf, sondern auch als Verbraucher und Bürger.

Medienkompetenz ist heute ohne Zweifel einer der zentralen Schlüssel für eine erfolgreiche Ausbildung und das Beherrschen lebenslangen Lernens. Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden über die Medien sozialisiert, sie leben mit und zunehmend auch in ihnen. Während die Kinder die avanciertesten Medientechnologien meist souverän beherrschen, stehen die meisten Erwachsenen dieser unaufhaltsamen Entwicklung oft skeptisch, hilflos oder ablehnend gegenüber. Schwächen in der Medienanwendung auf Erwachsenenseite stehen dabei Defizite in der Medienbewertung auf Kinderseite gegenüber. Hier müssen beide Seiten erheblich voneinander lernen.

Gerade ältere Menschen empfinden oft große Hemmschwellen, wenn Sie in Kontakt mit neuen Medien kommen. Ängste, fehlendes Verständnis und mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hindern viele daran, die Möglichkeiten der smarten Technologie auch tatsächlich zu nutzen. An dieser Stelle geht Teilhabe verloren. Im Kontext einer globalisierten Welt wird aber genau diese Teilhabe umso wichtiger. Gera hat einen Altersdurchschnitt von über 48 Jahren und 50 % der Einwohner sind älter als 50. Durch die Entstehung eines solchen Zentrums wird die Attraktivität der Stadt, generations- übergreifend, verbessert. Die Ziele, die dieses Zentrum hat, entsprechen dem integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Gera. Geplant ist die Etablierung am bestehenden Standort der DIMEKO gGmbH in der Beethovenstraße 17, der zentral gelegen und mittels öffentlicher Verkehrsmittel sehr gut erreichbar ist. Die DIMEKO gGmbH ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und hat Ihre Gemeinnützigkeit für die Jugendarbeit sowie Bildungsarbeit im digitalen Bereich. Die DIMEKO gGmbH arbeitet ohne Gewinnabsicht und ist Praxispartner der Dualen Hochschule Gera-Eisenach. Das digitale generationsübergreifende Zentrum soll zur außerschulischen Bildung dienen und den Bürgern der Stadt Gera als Ansprechpartner zu allen digitalen Belangen zur Verfügung stehen. Dazu werden verschiedene Kurse angeboten, die allen Altersgruppen gerecht werden. Das Zentrum soll mindestens 5 Tage die Woche den Bürgern zur Verfügung stehen. Die DIMEKO gGmbH hatte bereits Fachkompetenz in diesem Bereich bewiesen. Angefangen von Projekten wie “Smartphoneführerschein” für Senioren bis zu digitalen, außerschulischen Kursen-Programmieren, Robotik etc. Auch in der sozialen Arbeit der Stadt Gera ist die DIMEKO gGmbH stark verankert und führt bereits digitale Projekte mit generationsübergreifenden Themen durch. Des Weiteren planen wir verschiedene Themenabende zu SMARTCity, um die Fortschritte der einzelnen SMARTCity Projekte transparent den Bürgern zu präsentieren. Hierzu werden die jeweiligen Projektakteure eingeladen und präsentieren den jeweiligen Stand ihrer SMARTCity Projekte. Ein weiteres Veranstaltungsformat soll interessierten Bürgern der Umgang mit dem SMARTCity – Cockpit näher bringen. Auch sind weitere Veranstaltungen geplant, um den Bürgern den Umgang mit dem Gesamtprojekt SMARTCity, entstandene digitale Applikation, z. B. eine “BürgerApp” zu präsentieren. Die bereits vorhandene Technik am Standort Gera, welche mit ca. 150.000,00 EUR zu beziffern ist, soll für das Zentrum, welches sich auf ca. 350 qm befindet, genutzt werden. Das Zentrum soll auch Aktivitäten innerhalb verschiedener Mitglieder des digitalen Netzwerkes Gera, unterstützen und dem Bürger zugänglich machen. Dazu sind Kooperationen mit verschiedensten Partnern aus z. B. dem MINT Bereich geplant. Bereits bei Start des Projektes ist eine Intensivierung der Kooperation mit der TAG Wohnen und BeHome geplant. Hierbei soll im Rahmen des Smartphone-Führerscheins für Senioren auch der Umgang mit Handy und Tablets geschult werden, um den Senioren die Scheu vor der modernen Technik zu nehmen. Für alle Projektpartner ist das eine sofortige Win-win-Situation und unterstützt ein weiteres SMARTCity Projekt GERA@HOME.

Das Projekt wurde durch die 07 DIMEKO gGmbH bereits in der Strategiephase des SMARTCity Projekts eingebracht und in diversen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

2. Digitale Schule

Strukturierte Digitalisierung Geraer Schulen und Verknüpfung des Bildungskonzepts mit den Angeboten der lokalen Bildungspartner – am Beispiel einer Grundschule

Die Pandemie hat uns deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung deutscher Schulen noch nicht soweit fortgeschritten ist, wie gewünscht oder benötigt. Viele Schulen hängen der Entwicklung hinterher und suchen nach einfach umsetzbaren Lösungen, um sich digitale Medien im Unterricht zu Nutze zu machen. Hierfür müssen nicht nur die Geräte vorhanden sein, sondern auch die Ausbildung der Lehrkräfte ins Auge gefasst werden. Im Rahmen des Projektes sollen Lehrkräfte in die Lage versetzt werden, digitale Medien bestmöglich und vor allem kreativ für Unterrichtszwecke einzusetzen, so dass Kinder digitale Medien nicht nur als Konsumenten sondern auch als Gestalter*innen erfahren. Die Angebote der externen Bildungspartner des Netzwerks Digitale Bildung in Gera liefern hierfür Inspiration. Insofern kann dies deutlich von den Lehrerfortbildungsangeboten im Rahmen des Digitalpakts abgegrenzt werden, die sich mehr den einfachen Einsatz digitaler Medien (z. B. Tablets) beschränken.

Während verschiedener Testphasen an einer Pilotschule werden die verschiedenen Konzepte und deren Eignung für den Unterrichtseinsatz geprüft. Der Abgleich zwischen Lehrplan und digitalen Bildungsangeboten soll der Schule einen einfachen Einstieg in die Thematik verschaffen. Das Thüringer Landesmedienzentrum (TLM), das Staatliche Studienseminar für Lehrerausbildung Gera und der Goldene Spatz können im Bereich Lehrerfortbildung (z. B. “Filmbildung”, Medienbildung, Storytelling) bereits gute Angebote liefern.

Mit dem Gelernten können Lehrkräfte eine neue Rolle einnehmen – die des Lernbegleiters – und den Schüler*innen Wege aufzeigen auf neue Art und Weise zu lernen und so gleichzeitig fit zu werden für die Herausforderungen einer digitalen Zukunft.
Mit Hilfe der Erkenntnisse aus der Testphase, ist es das Ziel dieses Projektes eine Leitfaden/Wegweiser für Geraer Schulen zu erstellen, der Sie bei der Digitalisierung bzw. Einführung digitaler Medien und Methoden unterstützt.

Während des Projektverlaufes soll ebenfalls eine sogenannte digitale Projektwoche oder Klassenfahrt organisiert werden, die ebenfalls im Geraer Raum stattfinden soll (Unterstützung durch lokale Unterkunft als Ziel für Klassenfahrten). In dieser Projektwoche soll es zum Einen die Möglichkeit geben, die Angebote der verschiedenen Bildungspartner vor Ort kennenzulernen und zum Anderen sollen Lehrkräfte und Schüler*innen digitale Impulse für ihren eigenen Bildungsalltag mitnehmen. So kann sich Gera – auch nach außen – als zukunftsorientierte Stadt mit zahlreichen digitalen Bildungsangeboten präsentieren.
Im Rahmen des Projektes soll des weiteren ein Pepper-Roboter angeschafft werden, der flexibel und vielfältig in Bildungseinrichtungen eingesetzt werden kann. Mögliche Anwendungsfelder könnten z. B. sein

– der Empfang von Interessenten anlässlich einer Bildungsmesse,
– zur Orientierung auf Bildungsmessen
– zur Lern-Unterstützung
– Einsatz während der digitalen Projektwoche/Klassenfahrt
– zum anwenderorientierten Lernen von Robotik (weiterführende Schulen)

 

3. Errichtung MRK-Labors als Industrie 4.0 – Lernort zur Technologieorientierung

Aufbau eines Lernortes für Mensch-Roboter-Kollaborationen für die Berufsorientierung im Fach „Wirtschaft-Recht-Technik“. Dieses Angebot geht weit über die übliche Ausstattung eines Technik-Fachkabinettes hinaus.

Die steigende Technologieentwicklung in der Industrie hat Auswirkungen auf die Anforderungen in gewerblich-technischen Ausbildungsverhältnissen. Um Gera als attraktive Region von Fachkräften dauerhaft aufzuwerten, soll ein moderner Industrie 4.0-Lernort für Mensch-Roboter-Kollaborationen (MRK) implementiert werden. Damit soll die Sensibilisierung im Berufsorientierungsprozess von Schülern aus Gera und Umgebung ermöglicht werden. Außerdem können weiterführende technische Schülerprojekte und -experimente für Interessenten konzipiert und durchgeführt werden.

Es entsteht ein moderner Lernort für den Zugang zu Technologien, womit die Verzahnung von Theorie und Praxis in der beruflichen Bildung verstärkt wird. Dies ermöglicht auch den Transfer von Know-how in die Ausbildungsbetriebe. Zusätzlich kann Ausbildern der Region und technologieaffinen Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zu dem Lernort ermöglicht werden.

 

4. Integriertes Bildungsmanagement – Kofinanzierung Bildungskoordinator/in

Ziel des Projektes ist es, Bildungsangebote im Zusammenwirken aller Bildungsakteure in der Stadt Gera möglichst umfassend abzubilden und transparent zugänglich zu machen.
In einem partizipativen Prozess wird ein Bildungsleitbild für die Stadt Gera etabliert, in den alle bildungsrelevanten Akteure eingebunden werden.

Das Leitbild dient als Grundlage und Orientierung für eine Strategie zur Umsetzung der analog-digital vernetzten Bildungslandschaft als Kernbereich des Förderprojektes “Bildungskommunen” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Förderrichtlinie vom 10. Januar 2022). Dazu wird u. a. ein digitales kommunales Bildungsportal für alle Bildungsinteressierten aufgebaut. Schwerpunkt ist die nachhaltige Implementierung des analog-digital vernetzten Bildungsmanagements in der Stadt Gera.

Zur Umsetzung des Projektes soll auf Grundlage des Förderprojektes “Bildungskommunen” im Dezernat Jugend und Soziales der Stadt Gera ein/e Bildungskoordinator/in beschäftigt werden. Die Mittel aus Smart City sind zur Kofinanzierung vorgesehen.

Update per 30. Juni 2022

Auf Grund des 1. Feedbacks im Rahmen des Gesprächs mit der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) am 6. April 2022 wird zunächst die Rückmeldung der KTS zur SMARTCity Strategie abgewartet.