Zukunft Mobilität

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Mobilitätsinseln im urbanen und ländlichen Raum

Die Idee der Mobilitätsinseln in der Stadt Gera ist das Anbieten verschiedener alternativer Mobilitätsformen im Nahumfeld des ÖPNV an Gewerbestandorten, in Wohn- oder touristischen Zentren oder in bisher nur durch Individualverkehr erreichbaren Gebieten.

Geplant ist dafür die Realisierung mehrerer Standorte im urbanen Raum und möglicherweise bis zu 3 Standorte im ländlichen Raum.

Jede Mobilitätsinsel bietet dabei ein Angebot für unterschiedliche Nutzergruppen bestehend aus Pedelec-, Lastenradsharing, Abstellmöglichkeiten für eigene Räder sowie Carsharing und ist unmittelbar an den ÖPNV angebunden.

Motivation ist die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und der Erschließungs-aufwände in bestimmten Bereichen oder Quartieren mit ungünstiger Anbindung zum ÖPNV, sowie die Stärkung nachhaltiger und geräuscharmer Mobilitätsformen. Das Carsharingfahrzeug soll ein Elektroauto sein. Die Ladeinfrastruktur ist daher zu errichten.

Für die Auswahl der Standorte werden Zielgruppen, ÖPNV-Anbindung, alternative Mobilitätsformen und Infrastruktur hinsichtlich Vor- und Nachteilen beleuchtet.
Zur Feststellung der Wirkungen von Mobilitätsinseln sollen, wenn möglich, unterschiedliche Anwendungskonzepte mit Modellcharakter untersucht werden.

In Abhängigkeit von der Einsatzreife des autonomen Fahrens kann zukünftig auch dieses Mobilitätsangebot als weiteres ÖPNV-Angebot integriert werden, um die “weißen Flecken” in der ÖPNV-Versorgung abzudecken.

 

Verbesserung der Radwegesituation

Der Anteil des Radverkehrs am Modal Split ist in Gera im Städtevergleich weit unterdurchschnittlich und liegt bei etwa 5 %. Die Auswertung des Fahrradklimatests des ADFC 2020 ergab in der Gesamtbewertung eine Schulnote von 4,2.

Neben dem Mangel an öffentlich verfügbaren Fahrrädern/Fahrradausleihmöglichkeiten (Verbesserung durch SMARTCity Mobilitätsinseln), ist die mangelnde Förderung, Unterstützung und Verbesserung des Radverkehrs übergeordnet zu nennen.

Wichtigste Kriterien für die Fahrradfahrer in Gera sind nach Umfragen, ein ausreichendes Sicherheitsgefühl gerade auch durch wichtige Markierungen und Beschilderungen, Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer, ausreichend Platz und hinreichender Ausbaugrad der Radwege, sowie erweiterte Möglichkeiten der Tourwahl und die Öffnung der Einbahnstraßen.

Grundsätzlich hat der Anteil des Radverkehrs in den letzten 3 Jahren, vor allem durch die Klimaschutzdebatte im öffentlichen und politischen Diskurs an Gewicht gewonnen und maßgeblich durch die flächendeckende Verfügbarkeit von Pedelecs/E-Bikes und der Einführung von Dienstfahrrad- und E-Bike-Leasing deutlich zugenommen.

Als unabdingbarer Bestandteil einer smarten Weiterentwicklung sind somit signifikante Verbesserungen für Radfahrer und deren Förderung, Einbindung und Unterstützung notwendig.

Maßnahmen:

  • Planungsleistung: konzeptuelle Vorarbeit. Identifizierung und Katasterisierung geeigneter Maßnahmen und Standorte zur Verbesserung/ Erweiterung des Radinfrastrukturangebots
  • Smarte Erweiterung der Beschilderung von Radwegen, Kennzeichnung von Gefahrstellen, Meldung von Mängeln oder irreführender Beschilderung per QR-Code
  • Geringinvestive Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur an Schlüsselstellen auf Geh-/Radwegen über Ausbesserungen, Bordsteinabsenkungen, Öffnung von Einbahnstraßen
  • Beschaffung zweier Dauerzähleinrichtungen und Einbindung in SMARTCity Cockpit
  • Ausbau Radabstellanlagen mit diebstahlgeschützten Anschließeinrichtungen oder Überdachungen im öffentlichen Raum
  • Aufstellung zentral und vor allem im äußeren Stadtrand von Reparaturstationen zur Förderung der sicheren Erweiterung der städtischen Radeinsatzgebiete. Wo möglich auch als Ladestationen.
  • Erweiterung des SMARTCity “Stadtleitsystem” via QR-Code für radspezifische Stadtleitinformationen an signifikanten Punkten mit Empfehlungen (Ø10 min. bis Märchenwald Wünschendorf/Elster) als Motivationen weiter zu fahren, oder Informationen zu Radreparaturstellen und Ladestationen.

 

Logistiklösungen und-anwendungen in der SMARTCity

Die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle Klimaschutzziele gesetzt, die im Rahmen des Smart City Projektes der Stadt Gera u. a. mit dem Ziel von Ressourceneffizienz und CO2-Neutralität umgesetzt werden sollen. Die Errichtung von Mikrodepots kann einen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele leisten, indem diese sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum etabliert werden. Sie bieten das Potential, Paketlieferungen auf der “letzten Meile” klimafreundlich zu gestalten.

Anstrengungen verschiedener KEP-Dienstleister durch den Einsatz von emmissionsarmen Fahrzeugen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, führen allein zu keiner Entlastung von Stadtverkehren, weswegen die Kommune gefordert ist, Distributionswege auf der letzten Meile zu bündeln, in dem anbieteroffene Mikrodepots geschaffen werden.

Zusätzlich kann die emmissionsfreie Zustellung von Waren der Innenstadthändler von Gera oder von regionalen Herstellern unterstützt werden, indem eine Anbindung von Mikrodepots an geplante Mobilitätsinseln hergestellt wird und Bürger bereitgestellte Lastenfahrräder zur eigenständigen Abholung vorbestellter Waren nutzen können.

Eine Etablierung von Mikrodepots im urbanen Bereich wird damit zur Stärkung der lokalen Wirtschaft beitragen und unterstützt dabei auch die Belebung und Attraktivität der Innenstadt von Gera.

Sowohl Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gera als auch Gewerbetreibende sind im Rahmen von Befragungen in das Projekt einzubinden, um eine tatsächliche Nutzung der Mikrodepots zu initiieren.

Für eine Etablierung von Mikrodepots im ländlichen Raum und zur Steigerung der dortigen Mobilität können in nachfolgenden Schritten auch die Eigenbetriebe der Stadt (z .B. ÖPNV) einbezogen werden.

Update per 30. Juni 2022

Der Steckbriefe (Mobilitätsinseln, Verbesserung Radwegesituation, Logistiklösungen und -anwendungen) zur Umsetzung der Maßnahmen wurden erstellt und an die KTS weitergeleitet.

Seiten des Fördermittelgebers wurde die Übertragung der Fördermittel in Höhe von 180.000 EUR (90 %) aus der Strategiephase in die Umsetzungsphase für die Mobilitätsinseln genehmigt.

Es erfolgten Festlegungen zu den Standorten, zum Betreiber und zur Ausstattungen der ersten 3 Mobilitätsinseln.

Aktuell erfolgt die weitere Detaillierung mit dem Ziel die Mobilitätsinseln im Herbst 2022 in Betrieb zunehmen.