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AvatarSascha
Teilnehmer

Hallo

Ja, die Idee des Ideenwettbewerbs kam im alten Smart City Forum bereits auf und traf bei mir auf starken Zuspruch, weil ich fest daran glaube, dass man wirklich gute Dinge nur dann gerne leistet, wenn man ein subjektives Gefühl hat, dabei einen “Gain” zu haben.

Ich bin mir sicher, für jene die sie wirklich erwerben wollen, sind die Waren und Dienstleistungen der Händler in Gera in der Empfindung ziemlich genau das Wert, was das Preisschild besagt.
Allerdings… Für ein paar Kulturgutscheine, einen Otto Dix Bildband und ein paar Gläser Marmelade aus der Region, kann man nicht erwarten das sich da jemand mehr als 3-4 Stunden dran setzt, um etwas mit Hand und Fuß zu erarbeiten… Auch ein Laptop oder ein IPad werden wenig daran ändern.
Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Ausarbeitung einer guten Idee hin zu einem Konzept bzw der zugehörige kreative Prozess, viel mehr Stunden bedarf und das meist verteilt über viele Tage, Wochen und manchmal Monate. Bei vielen Ideen wird auch erst durch dieses Ausarbeiten die Idee für andere als “gute Idee” erkenntlich und greifbar.
Kurz gesagt, es kann verdammt viel Arbeit drin stecken.

Sachpreise haben dahingehend ihre Tücken.
Ich halte sie nur für brauchbar, wenn die Stadt Gera gar nicht erwartet das die Leute viel Hirnschmalz in etwas stecken, aber viele Ideen sammeln möchte um mit Glück dann
wenigstens 1-2 zu finden, an die in den Arbeitsgruppen bisher noch keiner gedacht hat und die bei näherer Betrachtung dann auch als umsetzbar eingeschätzt werden.

Hier könnte die Stadtverwaltung von einem Vorgängerprojekt zu SmartCity lernen. Dem Pilotprojekt Freifunkkommune Gera.
Da war die ursprüngliche Intention auch, Ideen und Konzepte von anderen Freifunkern zu sammeln und diese mit günstigen (gemessen am Projektvolumen) “Sachwerten” einzukaufen.
Wie es dann wirklich lief, ist ja auch allen bekannt…. Auch wenn es in anderen Thüringer Ortsgruppen interessante Projekte rund um das Thema gab, hatte niemand Lust – für die Aussicht auf etwas unverbaute oder ausgesonderte Hardware vom Projekt – irgendetwas einzureichen.

Alles nicht rühmlich, alles sehr glanzlos… Aber ich will auch nicht wieder darauf herumhacken, denn der springende Punkt ist ein anderer.
Man kann aus dem Fehlschlag an dieser Stelle etwas lernen. Man kann lernen es in Zukunft besser zu machen, sofern man sich Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe vorstellt und die Bürger nicht einfach als Masse an zu bemutternden Schützlingen sieht, die man einfach mal befragen möchte was sie sich wünschen, um die Ziele einer Wirtschaftsförderung zu erfüllen.

Eventuell ist ein reiner “Ideenwettbewerb” auch nicht das wirklich passende Format für eine stärkere Ausarbeitung.
Hier könnte man ja überlegen, ob man die Gewinner deren Ideen dann auch umgesetzt werden in der Umsetzung stark (leitend) einbindet und sie dann auch wirklich _vernünftig_ entlohnt. Jedenfalls so weit sich ein Gewinner eine Einbindung wünscht. Auch wenn das die Stadt unweigerlich Geld kosten wird (was ja kein Problem ist), wäre das wohl eine – wie man so schön sagt – Win-win Situation für alle, wenn es echte Anreize gibt, dass die Leute auch Herzblut in ihre Projektvorschläge stecken.

In diesem Sinne…
Bürgerbeteiligung ist schön. Erfolgsorientierte Bürgerbeteiligung ist besser. 😉
Schönen ersten Mai.

  • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monaten von AvatarSascha.