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  • #58821
    AvatarSascha
    Teilnehmer

    Es ist zwar schon ein Ideenwettbewerb angekündigt, aber auch das Video dazu schneidet radikal ab mit einem, “Die besten Ideen werden bewertet und…”. Das klingt erst mal ein wenig seltsam. =)
    Es wird auf der Seite von “attraktiven Preisen” gesprochen. Handelt es sich hierbei um Plunder den lokale Geschäfte/Unternehmen spenden sollen und einen Händedruck von der Stadtverwaltung, oder wirklich um attraktive Entlohnungen von Ideen für einige tausend Euro, sofern sie gut sind und gewinnen?

    Hintergrund:
    Sich wirklich etwas Vernünftiges mit Hand und Fuß ausdenken, ist dann eben doch schon ganz schön viel Arbeit. Es ist etwas ganz anderes, wenn man einfach anderswo eine erfolgreiche Idee+Umsetzung sieht und dann nur vorschlägt dies zu replizieren..

    Es lohnt einfach nicht sich den Hintern aufzureißen, um dann zwar etwas Gutes zu präsentieren was am Ende auch allen gefällt und vielen nutzt (z.B. den Unternehmen die es dann für teuer Geld umsetzen dürfen ohne selbst die echte Kreativleistung die dahinter steckt geleistet zu haben), nur einem selber nicht, weil man eventuell nur mit Tinnef aus der Region und einem feuchten Händedruck mit dem OB in der OTZ abgespeist wird und sich die “Attraktivität” dieser Entlohnung quasi einreden soll.

    Diese Themen zeitnah öffentlich zu klären, halte ich daher für empfehlenswert. Noch vor einem Aufruf zu einem Wettbewerb sollte das klar kommuniziert werden, damit überhaupt eine Chance besteht, dass auch durchdachte und originellen Ideen eingereicht werden.

    #58884
    Thomas SchimmelThomas Schimmel
    Verwalter

    Sehr geehrter Sascha,
    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass hinter der Entwicklung eines Konzeptes viel Aufwand steckt.
    Die Stadt Gera hat es sich vorgenommen, Bürgerbeteiligung im Projekt Smart City intensiv voranzutreiben. Die Wahl geeigneter und für Gera passender Beteiligungsformate ist aktuell permanent in Diskussion. Dass nicht jeder Bürger, Unternehmer, Handwerker, Verein etc. der eine gute Idee hat, auch die Hürde überwindet, sich in den Arbeitsgruppen einzubringen, ist uns dabei bekannt. Selbstwohl wir auch hier bestrebt sind (siehe unsere aktuelle Umfrage), hier eine weiterhin hohe Beteiligung zu halten.
    Um daneben Bürgerbeteiligung zu ermöglich, suchen und testen wir auch andere Wege. Die Ideenwettbewerbe stellen dabei eine denkbare Option dar. Der Gedanke dahinter ist der, Bürger dazu zu motivieren, sich zum einen Gedanken über Herausforderungen zu machen, aber auch zum anderen aktiv über Lösungen nachzudenken. Der Aufwand, der dabei entsteht, soll natürlich auch belohnt werden. In diesem Punkt kann ich Ihnen Recht geben, muss jedoch mit Nachdruck darauf hinweisen, dass das Angebot unserer Geraer Händler alles andere als, wie von Ihnen diffamierend erwähnt, “Tinnef” oder “Plunder” ist.
    Wir werden rechtzeitig vor dem Start der einzelnen Wettbewerbe sowohl über den Inhalt als auch die Preise informieren. Sie können aber davon ausgehen, dass die Prämien dem dahinterstehenden Aufwand mehr als gerecht werden.
    Mit der Bitte um etwas Geduld verweise ich auf die nächsten Wochen, in denen wir ausführlich informieren werden.
    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Schimmel

    #58949
    AvatarSascha
    Teilnehmer

    Hallo

    Ja, die Idee des Ideenwettbewerbs kam im alten Smart City Forum bereits auf und traf bei mir auf starken Zuspruch, weil ich fest daran glaube, dass man wirklich gute Dinge nur dann gerne leistet, wenn man ein subjektives Gefühl hat, dabei einen “Gain” zu haben.

    Ich bin mir sicher, für jene die sie wirklich erwerben wollen, sind die Waren und Dienstleistungen der Händler in Gera in der Empfindung ziemlich genau das Wert, was das Preisschild besagt.
    Allerdings… Für ein paar Kulturgutscheine, einen Otto Dix Bildband und ein paar Gläser Marmelade aus der Region, kann man nicht erwarten das sich da jemand mehr als 3-4 Stunden dran setzt, um etwas mit Hand und Fuß zu erarbeiten… Auch ein Laptop oder ein IPad werden wenig daran ändern.
    Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Ausarbeitung einer guten Idee hin zu einem Konzept bzw der zugehörige kreative Prozess, viel mehr Stunden bedarf und das meist verteilt über viele Tage, Wochen und manchmal Monate. Bei vielen Ideen wird auch erst durch dieses Ausarbeiten die Idee für andere als “gute Idee” erkenntlich und greifbar.
    Kurz gesagt, es kann verdammt viel Arbeit drin stecken.

    Sachpreise haben dahingehend ihre Tücken.
    Ich halte sie nur für brauchbar, wenn die Stadt Gera gar nicht erwartet das die Leute viel Hirnschmalz in etwas stecken, aber viele Ideen sammeln möchte um mit Glück dann
    wenigstens 1-2 zu finden, an die in den Arbeitsgruppen bisher noch keiner gedacht hat und die bei näherer Betrachtung dann auch als umsetzbar eingeschätzt werden.

    Hier könnte die Stadtverwaltung von einem Vorgängerprojekt zu SmartCity lernen. Dem Pilotprojekt Freifunkkommune Gera.
    Da war die ursprüngliche Intention auch, Ideen und Konzepte von anderen Freifunkern zu sammeln und diese mit günstigen (gemessen am Projektvolumen) “Sachwerten” einzukaufen.
    Wie es dann wirklich lief, ist ja auch allen bekannt…. Auch wenn es in anderen Thüringer Ortsgruppen interessante Projekte rund um das Thema gab, hatte niemand Lust – für die Aussicht auf etwas unverbaute oder ausgesonderte Hardware vom Projekt – irgendetwas einzureichen.

    Alles nicht rühmlich, alles sehr glanzlos… Aber ich will auch nicht wieder darauf herumhacken, denn der springende Punkt ist ein anderer.
    Man kann aus dem Fehlschlag an dieser Stelle etwas lernen. Man kann lernen es in Zukunft besser zu machen, sofern man sich Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe vorstellt und die Bürger nicht einfach als Masse an zu bemutternden Schützlingen sieht, die man einfach mal befragen möchte was sie sich wünschen, um die Ziele einer Wirtschaftsförderung zu erfüllen.

    Eventuell ist ein reiner “Ideenwettbewerb” auch nicht das wirklich passende Format für eine stärkere Ausarbeitung.
    Hier könnte man ja überlegen, ob man die Gewinner deren Ideen dann auch umgesetzt werden in der Umsetzung stark (leitend) einbindet und sie dann auch wirklich _vernünftig_ entlohnt. Jedenfalls so weit sich ein Gewinner eine Einbindung wünscht. Auch wenn das die Stadt unweigerlich Geld kosten wird (was ja kein Problem ist), wäre das wohl eine – wie man so schön sagt – Win-win Situation für alle, wenn es echte Anreize gibt, dass die Leute auch Herzblut in ihre Projektvorschläge stecken.

    In diesem Sinne…
    Bürgerbeteiligung ist schön. Erfolgsorientierte Bürgerbeteiligung ist besser. 😉
    Schönen ersten Mai.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monaten, 1 Woche von AvatarSascha.
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